Nach der Ankündigung von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Zusatzbeiträge stabil halten zu wollen, hat der GKV-Spitzenverband rasche Reformschritte der Bundesregierung gefordert – sonst würden die Beiträge Ende des Jahres erneut steigen.
„Es geht uns darum, zu verhindern, dass aus den Portemonnaies der Versicherten und deren Arbeitgeber weiter steigende Krankenkassenbeiträge gezahlt werden müssen“, sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). „Wenn die Bundesregierung nicht sehr bald entschlossen handelt und die notwendigen Reformen anschiebt, dann droht Ende des Jahres ein weiterer Anstieg der Zusatzbeiträge.“
„Die Gesamtausgaben der Krankenkassen sind im letzten Jahr um 7,8 Prozent von 327 auf 352 Milliarden Euro gestiegen. Mit einem Anstieg um knapp zehn Prozent auf 111 Milliarden Euro war die stationäre Versorgung der größte Ausgabentreiber. Die Kosten für die ambulante Versorgung stiegen um 7,6 Prozent auf 54 Milliarden und für Arzneimittel mussten die Kassen insgesamt 58 Milliarden Euro ausgeben, ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2024“, so Blatt. „Für dieses Jahr erwarten wir einen Ausgabenanstieg um 6,6 Prozent auf rund 370 Milliarden Euro, die Beitragseinnahmen steigen jedoch um weniger als fünf Prozent.“
„Durch die Lücke zwischen Beitragseinnahmen und den Ausgaben ist richtig Druck im Kessel“, mahnte Blatt. „Für sinkende oder wenigstens stabile Beiträge braucht es in diesem Jahr durchgreifende Reformen, die spätestens Anfang 2027 ihre Wirkung entfalten müssen. Sonst gehen die Beiträge weiter nach oben“, prognostizierte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. „Ob Krankenhäuser, ambulante Versorgung oder Arzneimittel – für alle großen Ausgabenblöcke brauchen wir entschlossene Sparmaßnahmen der Bundesregierung“, so Blatt.



