Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezweifelt, dass der von der schwarz-roten Regierungskoalition eingeführte freiwillige Wehrdienst ausreicht, damit die Bundeswehr genügend Soldaten erhält.
„Ich zweifle, ob die Freiwilligkeit ausreicht“, sagte Steinmeier dem Nachrichtenportal T-Online. Sollte sich herausstellen, dass die Freiwilligkeit nicht ausreichen werde, um auf eine notwendige Personenzahl der Soldaten zu kommen, dann werde die Debatte über die Wehrpflicht wieder aktuell werden, so der Bundespräsident weiter.
Dabei erneuerte Steinmeier seine Forderung nach einer Pflichtzeit für alle Bürger. Diese Idee sei keineswegs tot. Sie werde mit der Debatte über die Wehrpflicht auch noch einmal eine neue Aktualisierung erfahren, sagte er. Mit der Wehrpflicht sei immer die Frage nach der Wehrgerechtigkeit verknüpft gewesen. „Nach meiner Überzeugung ist es die gerechteste Lösung, wenn jeder ein Stück seiner Lebenszeit zur Verfügung stellt, um etwas für die Allgemeinheit zu tun. Dann ist der Streit über die Wehrgerechtigkeit einer, der schon überwunden ist.“
Zur Dauer und Ausgestaltung einer solchen Pflichtzeit sagte Steinmeier, er könne sich zwischen sechs Monaten und einem Jahr vorstellen. Das könne im sozialen Bereich sein, auch bei der Bundeswehr, im Kulturellen oder Ökologischen. Es gehe ihm um die Bereitschaft eines jeden Menschen, einen kleinen Teil seiner Lebensarbeitszeit bereitzustellen, um für das gemeinsame Ganze etwas zu tun.



