Rufe nach einheitlichen Standards für Seiteneinstieg ins Lehramt

Rufe nach einheitlichen Standards für Seiteneinstieg ins Lehramt

Der Stifterverband fordert verbindliche Qualitätsstandards und eine systematische Qualifizierung für Seiteneinsteiger im Lehramt, um ein Absinken professioneller Standards zu verhindern. In einem Papier, über welches das „Handelsblatt“ berichtet, mahnt die Organisation unter anderem eine verpflichtende Vorbereitung vor dem ersten Unterrichtseinsatz sowie eine engere Begleitung im Berufseinstieg an.

Hintergrund ist der „akute und teilweise dramatische Mangel an Lehrkräften“, der den Seiteneinstieg zwar notwendig mache. Zu häufig fehlten jedoch klare Standards und strukturierte Programme, sodass eine De-Professionalisierung drohe. Seiteneinsteiger übernähmen „von der ersten Unterrichtsstunde an große Verantwortung“, sagte Bettina Jorzik vom Stifterverband dem „Handelsblatt“.

Laut Destatis waren im Schuljahr 2023/24 rund zehn Prozent der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen Seiteneinsteiger. Konkret empfiehlt der Stifterverband unter anderem eine mindestens dreimonatige Vorqualifizierung, den Ausbau berufsbegleitender Fortbildungen sowie eine stärkere Verzahnung von universitärer Ausbildung und schulischer Praxis. Zudem sollten Programme regelmäßig evaluiert und bundesweit abgestimmte Qualitätsstandards entwickelt werden. „Den Seiteneinstieg nicht nur als Notnagel zu betrachten, sondern als möglichen alternativen Weg in den Beruf, heißt auch, ihn auf eine solide Grundlage zu stellen“, heißt es in dem Papier.