Prosor wirft Europa Kurzsichtigkeit im Nahostkonflikt vor

Prosor wirft Europa Kurzsichtigkeit im Nahostkonflikt vor

Israels Botschafter Ron Prosor wirft Deutschland und Europa gefährliche Kurzsichtigkeit angesichts der Lage im Nahen Osten vor. „Wenn Iran ein Netzwerk bewaffneter Gruppen unterstützt, muss Europas Politik dieses als Ganzes in den Blick nehmen“, schreibt der Diplomat in einem Gastbeitrag für die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Montagsausgabe).

Die Drohungen von Iran, Hamas, Hisbollah und der Huthi-Miliz gegenüber Israel dürften nicht als rein regionaler Konflikt verstanden werden. „Irans Kooperation mit Russland und Nordkorea zeigt die direkten Verbindungen zwischen Nahost und Europas Sicherheit. Demokratien können nicht so tun, als hätten verschiedene Konfliktschauplätze nichts miteinander zu tun“, so Prosor.

Europa scheue eine harte Linie im Nahostkonflikt. „Europas Sorgen über Wirtschaft und Konfrontationskosten sind verständlich. Doch schwierige Entscheidungen zu meiden, beseitigt diese Kosten nicht – es schiebt sie auf, bis die Gefahr wächst und Optionen schwinden“, schreibt Prosor weiter. Es gehe „um mehr als Israel: Auf dem Spiel steht Europas Fähigkeit, Aggressionen abzuschrecken.“

Der 7. Oktober, der sich dieser Tage zum dritten Mal jährt, sei dafür ein eindringliches Beispiel, Sicherheitsbedenken zu ignorieren. 2023 überfielen Terroristen der Hamas israelische Siedlungen und töteten mehr als 1.000 Menschen.