Der Polizeibeauftragte des Bundes, Uli Grötsch (SPD), sieht eine mangelnde Fehlerkultur bei der Polizei weiterhin als großes Problem.
„Das ist tatsächlich noch eine sehr, sehr große Baustelle“, sagte er am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur. „Das gehört vielleicht auch nicht so unbedingt zur deutschen Mentalität, dass man sich auch mal als Behörde hinstellt und sagt: Das ist suboptimal gelaufen.“ Das sei aber etwas, was die Menschen in Deutschland erwarteten, so Grötsch.
„In der Bundespolizei hat sich inzwischen auch die Überzeugung durchgesetzt, dass das auch durchaus sinnvoll sein kann, wenn wir mit einem Anliegen kommen, dass man sein eigenes Handeln mal hinterfragt“, fügte der Polizeibeauftragte hinzu. Und das werde an manchen Stellen auch schon gemacht, sei aber noch zu wenig. Er wolle eine Polizei in Deutschland sehen, für die es selbstverständlich sei, dass man eine offene Art und Weise den Bürgern gegenüber pflege. Niemand erwarte dass die Polizei 24/7 100 Prozent korrekt arbeite. „Das sind immer Menschen. Und wo Menschen handeln, passieren auch Fehler“, so Grötsch.
Mit Blick auf Rückmeldungen aus der Polizei auf seine Kritik ergänzte der Polizeibeauftragte, dass diese Unterschiedlich seien. „Das hat natürlich auch immer was mit der Führungskultur in den Direktionen zu tun“, sagte er. „Dort, wo sich diese Art und Weise der Führungskultur durchgesetzt hat, und das ist an vielen Orten in der Bundespolizei der Fall, dort entwickelt sich es natürlich auch mit der Fehlerkultur schneller und positiver als anderswo, wo man uns vielleicht nicht ganz ausgeprägt so sieht.“



