Die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgefordert, sich im Fall Collien Fernandes klar zu positionieren. „Ich würde mir wünschen, dass Friedrich Merz sich zu dem Fall Collien Fernandes äußert, denn er ist Bundeskanzler dieses Landes“, sagte Lang den Sendern RTL und ntv am Montag. „Und als Bundeskanzler trägt er auch Verantwortung dafür, ob wir in einem Land leben, in dem sich Frauen sicher fühlen können – egal, ob auf der Straße oder im Netz.“
Zugleich kritisierte Lang Defizite beim Schutz von Frauen vor digitaler Gewalt. „Wenn es um digitale Gewalt geht, wenn es um den Schutz von Frauen geht, dann versagt unser Rechtsstaat“, sagte sie. „Dann kann ich das doch als Bundeskanzler nicht als Randnotiz abtun oder mit Ignoranz strafen.“ Sie erwarte vielmehr, „dass sich ein Bundeskanzler hinstellt und sagt: Gerade als Mann schweige ich nicht, ich relativiere dieses Thema nicht, sondern bin solidarisch – und bringe Gesetze auf den Weg, die dafür sorgen, dass Frauen in Zukunft geschützt werden.“
Lang hatte gemeinsam mit 250 prominenten Frauen einen 10-Punkte-Plan gegen digitale sexualisierte Gewalt vorgelegt. Darin werden schärfere Gesetze gegen Deepfakes, mehr Schutz für Opfer und mehr Verantwortung für Internetplattformen gefordert.



