Die stark gestiegenen Dieselpreise setzen dem öffentlichen Nahverkehr in Deutschland massiv zu und könnten das Deutschlandticket gefährden. Das berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf eine Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).
Laut der VDV-„Dieselpreis-Umfrage“ melden 89,5 Prozent der Verkehrsunternehmen deutlich höhere Betriebskosten. Im Durchschnitt seien die monatlichen Diesel-Ausgaben um 27,5 Prozent gestiegen.
VDV-Geschäftsführer Alexander Möller warnte vor Angebotskürzungen bei Bussen und Bahnen. Die Verkehrsleistung werde wegen der „explodierenden Preise“ weiter zurückgehen – „im regionalen Zugverkehr und auch für die Verkehre in den Städten und im ländlichen Raum“, sagte Möller der Zeitung. Dadurch drohe die Attraktivität des Deutschlandtickets dauerhaft abzunehmen. „Nicht wegen des Preises, sondern wegen des schlechter werdenden ÖPNV-Angebots.“ Derzeit kostet der Fahrschein 63 Euro. Im September wird der neue Preis festgelegt.
Der Dieselpreisschub wegen der Iran-Krise greife ohne Ausgleichsmaßnahmen das ÖPNV-System insgesamt an, so Möller. Viele Kostensteigerungen habe die Branche bislang abfedern können – „jetzt geht das nicht mehr“. Bund und Länder stünden daher in der Verantwortung, einen Kollaps zu verhindern.



