Grünen-Chef Banaszak: Fitness allein macht noch keinen neuen Mann

Grünen-Chef Banaszak: Fitness allein macht noch keinen neuen Mann

Felix Banaszak (Archiv)Grünen-Chef Felix Banaszak will in der Debatte um Männlichkeit, die gerade in seiner Partei geführt wird, für eine „Erweiterung von Männerbildern“ eintreten, aber nicht für die „Bestätigung von Klischees“. „Fürsorge und Verantwortung sind kein Widerspruch zu Fitness, aber Fitness alleine macht noch keinen neuen Mann“, sagte Banaszak dem Nachrichtenportal T-Online. Er freue sich über jeden Impuls zur Debatte, auch wenn er nicht jeden Ansatz teile, der diskutiert werde.

Hintergrund ist ein Manifest zur Männlichkeit der Grünen, über das das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet hatte. Darin geht es um die Auseinandersetzung mit Rollenbildern. Die Autoren versuchen, Wege zu finden, gezielt jüngere Männer anzusprechen. Demnach haben 13 Grüne den Text unterzeichnet, darunter Banaszaks Co-Parteichefin Franziska Brantner. Banaszak zählt nicht zu den Unterzeichnern. Der „Spiegel“ berichtete auch darüber, dass das Thema Fitness von einigen Bundesabgeordneten verstärkt thematisiert wird.

Banaszak sagte weiter zu T-Online: „Viele Männer sind auf der Suche nach einem Rollenbild, das nicht länger auf Gewalt und Dominanz beruht, sondern Gleichberechtigung und Respekt lebt. Auch grüne Männer sind da in einer Suchbewegung.“ Er fragt: „Warum sind denn so viele junge Männer auf Orientierungssuche anfällig für rechtsautoritäre Männlichkeitsbilder? Welche positiven Gegenbilder können progressive Kräfte – und damit auch die Grünen – schaffen?“

Der Parteichef sagte, er sei gerne „stolzer Vorsitzender“ einer feministischen Partei. „Feminismus ist nicht Männerhass, sondern der Kampf gegen patriarchale Verhältnisse“, so Banaszak. Unter denen litten in erster Linie Frauen – aber eben auch Männer, die sich den herrschenden Geschlechterrollen nicht unterwerfen wollten oder könnten. „Wie kommen wir weiter in der Debatte? Ich plädiere dafür, Männern mit Wohlwollen und Verständnis zu begegnen – und sie gleichzeitig in die Verantwortung zu nehmen. Dafür möchte ich in der Partei Räume schaffen.“