Der Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, warnt angesichts der für Samstag angekündigten Jugendproteste vor einer voreiligen Kriminalisierung friedlicher Demonstranten.
„Ich halte es für einen Fehler, auf die sehr berechtigten Anliegen, die da formuliert werden, jetzt nur mit Warnungen vor Gewalt zu reagieren“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es sei klar, dass Gewalt keine Rolle spielen dürfe. Die Unzufriedenheit und die Frustration junger Menschen seien aus seiner Sicht aber absolut nachvollziehbar.
Banaszak fügte hinzu, der Generationenvertrag gehe für die jungen Menschen gerade an vielen Stellen nicht mehr auf. Sie hätten den Eindruck, dass im Zweifel Geld für alles da sei, nur nicht für das, was für sie eine Rolle spiele. Das Leben sei für viele kaum mehr bezahlbar. Das Aufstiegsversprechen gelte nicht mehr. „Dann wundert man sich, dass es keine positive Reaktion gibt, wenn man fragt, ob sie nicht mal was für ihr Land tun wollen“, sagte der Parteivorsitzende.
„Die Rhetorik der Union, diese Proteste präventiv schon mal zu kriminalisieren und in die Ecke von marodierenden Banden zu treiben, treibt die Leute im Zweifel sogar in eine Radikalisierung, die man verhindern könnte, wenn man sich mit ihren berechtigten Anliegen mal politisch vernünftig auseinandersetzen würde“, fügte der Grünen-Chef hinzu.
Eine Initiative namens „Gen Z regelt“ hat für Samstag Proteste in 23 deutschen Großstädten angekündigt. Dabei gibt es zahlreiche Warnungen vor Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich, vorrangig aus CDU und CSU.



