Vonovia deutet erste Konsequenzen in Berlin an

Vonovia deutet erste Konsequenzen in Berlin an

Der Wohnungskonzern Vonovia deutet angesichts der Vergesellschaftungspläne der Linken in Berlin erste Konsequenzen für seine Investitionen an. „Für neue Projekte benötigen wir, wie alle Unternehmen, die in Berlin bauen möchten, dringend Klarheit“, sagte Vonovia-Chef Luka Mucic dem „Handelsblatt“. Bei künftigen Projekten sei Berlin, das derzeit einen hohen Anteil der Vonovia-Bauvorhaben ausmache, in der Pipeline schwächer vertreten. Aber es sei kein Baustopp in der Stadt geplant.

„Es gehört zur unternehmerischen Verantwortung, genau abzuwägen, welche Konsequenzen die Rahmenbedingungen auf Investitionsentscheidungen haben könnten“, sagte der Vonovia-Chef. Die rund 1.000 Wohnungen, die Vonovia derzeit in Berlin baut, würden fertiggestellt. Auch die Investitionen in Instandhaltung und energetische Modernisierung des Bestands sollen fortgesetzt werden. Mucic warnte zugleich vor den Folgen der politischen Unsicherheit für den Berliner Immobilienmarkt. „Wir könnten die Unsicherheit aushalten, aber sie bremst Investitionen und Neubau“, sagte der Manager. Kleinere Berliner Wohnungseigentümer könnten zudem Refinanzierungsprobleme bekommen. Schon jetzt seien Immobilienfinanzierungen schwieriger und teurer geworden.

Vonovia besitzt rund 130.000 Wohnungen in der Hauptstadt und wäre von den Vergesellschaftungsplänen besonders stark betroffen. Am heutigen Dienstag will sich Mucic mit Linken-Chef Luigi Pantisano zu einem Gespräch treffen. Ein Rückzug aus Berlin komme für Vonovia nicht infrage. „Wir sind Teil der Lösung und wollen es auch bleiben“, sagte Mucic mit Blick auf die angespannte Wohnungssituation in Berlin.