Toni Garrn kritisiert Modelbranche

Toni Garrn kritisiert Modelbranche

Das deutsche Supermodel Toni Garrn blickt kritisch auf die Gepflogenheiten der Modebranche.

„Die Situation war immer scheiße“, sagte sie der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu Castings in Modelagenture. „Man steht da halb nackt, dann kommt jemand mit dem Maßband und sagt: `Deine Hüften sind zu breit, Honey.`“ Sie sei größer als die meisten, deshalb sei es klar, dass ihre Hüften zwei Zentimeter breiter seien. Aus Trotz habe sie sich nach solchen Terminen ein Eis gekauft.

Später habe sie sich geweigert, vermessen zu werden. „Ich habe mir gedacht, die Firmen buchen mich schon.“ Allerdings hätte sie sich diese Haltung auch leisten können, weil sie kein Geld verdienen musste, sagte Garrn: „Ich hätte jederzeit aufhören können, um zu studieren, und wäre finanziell von meinen Eltern unterstützt worden. Für mich war das nur Spaß.“

Schon als 15-Jährige posierte Garrn für Fotos in Bikinihose und mit Zigarette, sie habe aber nie wirklich unangenehme Situationen erlebt. „Ja, ich sollte oft eine Zigarette in der Hand halten. Aber ich habe sie nicht geraucht, das gehörte nur zum Styling. Und Sex hatte ich damals auch noch nicht.“

Ganz freimachen kann sich Garrn, die auch als Mutter einer Tochter und als Unternehmerin noch modelt, jedoch nicht von der Fixierung auf Körper und Gewicht. Auf die Frage, ob sie immer gesund gewesen sei, antwortet sie: „Was heißt gesund? Jeder ist mal ein bisschen krank. Ab wann ist man krank?“ Sie glaube, ein bisschen Belastung, was das Gewicht angeht, sei bei jedem Model da. Sie habe sich den Gepflogenheiten der Branche anpassen müssen: „Auch ich kann, seit meinem 14. Lebensjahr, nicht mehr alles essen, was ich will.“ Sonst würde sie „den ganzen Tag nur Kuchen essen“.