Vor dem Abflug von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in die Golfregion hat der Koalitionspartner SPD die Reise nach Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate begrüßt.
„Wir brauchen strategische Resilienz in einer multipolaren Welt, die immer weniger auf dem Fundament einer regelbasierten Ordnung funktioniert“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, der Internetpräsenz des TV-Senders ntv. „Diese Ordnung wurde auseinandergerissen, nicht nur seitens Russlands, sondern auch durch US-Präsident Trump. Es ist daher richtig, eine realistische Außenpolitik zu betreiben.“
Europa müsse sich mit hohem Tempo Resilienz und schnell mehr Souveränität verschaffen, sagte Ahmetovic. „Es würde uns guttun und strategischen Spielraum verschaffen, wenn wir werte- und interessensgeleitete Außenpolitik nicht gegeneinander ausspielen“, sagte der Außenpolitiker mit Blick auf die Menschenrechtslage in den drei autoritär geführten Monarchien. „Es geht aktuell um sehr viel – um die Stabilität unserer Kontinente. Wir müssen jetzt klug agieren. Und manchmal wird es auch Dinge geben, die nicht sofort bei Beobachtern zu Applaus führen.“
Ahmetovic verwies auf die großen Chancen einer engeren Kooperation mit den Golfstaaten, sei es beim Import von grünem Wasserstoff, vertieften Handelsbeziehungen oder bei diplomatischen Bemühungen zur Stabilisierung der angrenzenden Regionen. „Die Reise des Bundeskanzlers in die drei Golfstaaten darf nicht auf Waffendeals reduziert werden, sondern muss diverse Themen behandeln: Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Investitionen sowie Ausbau grüner Energie und Sicherheitskooperationen“, sagte Ahmetovic. „Wenn das alles im Vordergrund steht, dann kann Merz punkten – und die Reise Erfolg haben.“



