Der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Töns fordert nach den Wahlen am Sonntag in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eine Neuaufstellung der SPD. „Für ein starkes Auftreten in der Zukunft brauchen wir die Trennung von Partei- und Ministeramt“, sagte Töns dem „Handelsblatt“. Die Partei brauche in dieser Krisenzeit eine politischere Führung, die Probleme auch offen anspreche, und das sei aus dem Ministeramt heraus nicht möglich.
Die SPD müsse „insgesamt umsteuern“, sagte Töns, auch wenn er kein Freund von Personaldebatten sei und auch einen unmittelbaren Parteitag oder Konvent für überflüssig halte. „Aber es ist an der Zeit, dass wir echte Konsequenzen aus den Wahlergebnissen ziehen und nicht nur überrascht tun. Wir sprechen die Wählenden und vor allem die Arbeitnehmenden nicht mehr an“, sagte Töns weiter. „Die lang beschworenen roten Linien sind überfällig. Deshalb sehe ich auch einen Korrekturbedarf bei den Reformbestrebungen.“
Der SPD-Politiker gehört der einflussreichen Ruhr-SPD an, die vor drei Wochen in einem Positionspapier den Reformkurs der Bundesregierung scharf kritisiert hatte.



