Milliardär Dirk Roßmann fordert Unternehmer und Vermögende in Deutschland auf, mehr soziale und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. „Wenn Menschen das Glück haben, erfolgreich zu sein, dann haben sie meiner Ansicht nach auch die Pflicht, nicht nur Steuern zu zahlen, das ist sowieso selbstverständlich, sondern immer auch ein Stück weiterzugeben“, sagte Roßmann der „Neuen Presse“ und der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“, Partner im „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Er sagte, es gebe zwei Sorten Unternehmer. Die einen seien vermögend, würden aber nie auf die Idee kommen, sich für soziale Projekte zu engagieren. Da denke er: Nein. Es gebe aber auch die anderen, die aber häufig viel zu leise seien.
Roßmann erklärte, er selbst engagiere sich vor allem in Projekten, „wo die Hilfe unmittelbar bei den Menschen ankommt und nicht in großen Strukturen versickert“. Seine Unterstützung solle dort wirken, wo sie das Leben von Menschen konkret verbessere.
Roßmann, Gründer der nach ihm benannten Drogeriemarktkette, feiert am 7. September seinen 80. Geburtstag. Die Leitung seines Unternehmens hat er vor fünf Jahren an seinen jüngeren Sohn Raoul, 41, abgegeben. Seitdem kommt der Seniorchef nur noch ein bis zwei Tage pro Woche in sein Büro in der Firmenzentrale in Burgwedel bei Hannover.
Anders als sein Sohn pflegt Dirk Roßmann dabei ein eher distanziertes Verhältnis zur digitalen Welt. „Ich habe ein 30 Jahre altes Handy, ich habe keinen Laptop. Ich habe noch nie eine SMS geschrieben – ich bekomme welche, dann rufe ich die Leute an“, so Roßmann. Viele sagten ihm, das Digitale bringe eine solche Zeitersparnis mit sich. Er habe aber das Gefühl, dass es den meisten eher Zeit raube.



