Mehr als die Hälfte der Bezieher der abschlagsfreien Rente ab 45 Beitragsjahren hat 47 Jahre oder mehr in die Rentenversicherung eingezahlt. Das zeigen Zahlen der Rentenversicherung, die das Bundesarbeitsministerium auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion veröffentlichte und über die das Nachrichtenportal T-Online berichtet.
Demnach konnten 2025 rund 55 Prozent der Bezieher dieser Rentenart 47 Beitragsjahre und mehr vorweisen. Insgesamt weist die Statistik der Rentenversicherung 244.695 Renten für besonders langjährig Versicherte aus. Davon haben laut der Statistik 134.645 mindestens 47 Jahre eingezahlt, 110.050 kommen auf 46 Jahre oder weniger.
Sarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, kritisierte vor diesem Hintergrund die geplante Abschaffung. „Die meisten Menschen, die die Rente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen, haben mehr als 47 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt“, sagte Vollath dem Nachrichtenportal T-Online. Wer so lange gearbeitet und eingezahlt habe, „hat sich eine abschlagsfreie Rente mehr als verdient.“ Das sehe auch eine große Mehrheit der Bevölkerung so. „Die Bundesregierung muss endlich einsehen, dass die angekündigte Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte ein großer Fehler ist und diesen Irrweg verlassen“, so die Linken-Politikerin weiter.
Der Plan der Rentenkommission sieht eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente ab 45 Beitragsjahren vor. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatten im Sommer angekündigt, die Regierung wolle die Rentenreform als Komplettpaket umsetzen. Sowohl aus der Union als auch aus der SPD gibt es Kritik an dem Vorhaben.



