Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen erwarten die Schließung weiterer Geburtshilfestationen. 2025 haben in Nordrhein-Westfalen acht Krankenhäuser ihre geburtshilflichen Abteilungen eingestellt, im laufenden Jahr sind drei erfolgte Schließungen der Geburtshilfe bekannt, in zwei weiteren NRW-Städten ist ein solcher Schritt angekündigt, sagte Matthias Blum, Chef der Krankenhausgesellschaft NRW, der „Rheinischen Post“.
Blum führt dies auf die Reformpläne des Bundes zurück. Die Geschäftsleitungen aller Krankenhäuser seien seit Wochen damit beschäftigt, einschneidende Sparprogramme für 2027 festzulegen. Dabei stünden zuerst solche Abteilungen, die sich mangels einer ausreichenden Vergütung nicht selbst wirtschaftlich tragen, auf dem Prüfstand. Das gelte beispielsweise für Geburtshilfen, Pädiatrien oder vielerorts auch Notaufnahmen und Palliativmedizin, so Blum. Die lange praktizierte Querfinanzierung funktioniere unter dem Spardiktat des Bundes nicht mehr.
Zum 31. Oktober 2026 läuft der Inflationsausgleich für Kliniken aus. Zusätzlich bürde das GKV-Spargesetz der Bundesregierung den Krankenhäusern weitere Einsparungen von 4,6 Milliarden Euro auf. Die Krankenhäuser könnten diesen massiven Erlösverlust von durchschnittlich acht Prozent nicht wegatmen. Allein für die NRW-Kliniken gehe es um bis zu zwei Milliarden Euro weniger Erlöse im kommenden Jahr, mahnt Blum.
Aktuell gibt es laut NRW-Gesundheitsministerium 117 Geburtskliniken in NRW, 2017 waren es noch 153. Die wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung sei weiterhin auf einem guten Niveau gesichert, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Redaktion. Für eine flächendeckende Versorgung unterstütze die Landesregierung gezielt Krankenhäuser mit kleineren Geburtshilfen auch 2026 bei der Finanzierung ihrer Betriebskosten.



