Der durchschnittliche Krankenkassen-Zusatzbeitragssatz kann im kommenden Jahr stabil bleiben. Das ist das Ergebnis des GKV-Schätzerkreises. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen werden demnach im kommenden Jahr wesentlich geringer ansteigen als noch im laufenden Jahr.
„Wir haben unser wichtigstes Ziel erreicht: Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bleibt im kommenden Jahr stabil“, erklärte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU). „Nach wiederholten Beitragserhöhungen ist das ein gutes Zeichen.“
Man rede die Probleme aber nicht schön, so Linnemann. „Denn klar ist auch: Die Finanzlage der Krankenkassen bleibt trotz Reform angespannt. Wir müssen die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung lösen und ihre Finanzierung dauerhaft auf eine solide Grundlage stellen“, forderte er.
Seit 2024 wurde eine Ausgabendynamik von knapp acht Prozent pro Jahr verzeichnet. Auch für das laufende Jahr wird mit einem überdurchschnittlichen Ausgabenanstieg von knapp sieben Prozent gerechnet. Im kommenden Jahr werde der Ausgabenanstieg nun voraussichtlich auf unter drei Prozent fallen, hieß es. Damit erreiche das Ausgabenwachstum erstmals seit drei Jahren wieder ein Niveau, das durch die Einnahmezuwächse finanziert werden kann.
Das sei vor allem auf das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG) zurückzuführen, hieß es weiter. Das Gesetz entlaste die Krankenkassen im kommenden Jahr um bis zu 15 Milliarden Euro auf der Ausgabenseite.
Der GKV-Schätzerkreis besteht aus Fachleuten des Bundesamtes für Soziale Sicherung, des GKV-Spitzenverbandes und des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Seine Aufgabe ist es, die Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der GKV zu schätzen. Auf dieser Grundlage gibt das BMG den durchschnittlichen Zusatzbeitrag bis zum 1. November bekannt.
Die Entwicklung der Beitragssätze hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Einnahmen und die Ausgaben der Krankenkassen entwickeln. Seit 2022 hat sich so der durchschnittliche ausgabendeckende Zusatzbeitragssatz von 1,3 Prozent auf 2,9 Prozent mehr als verdoppelt. Grund dafür ist, dass die Ausgaben in nahezu allen Leistungsbereichen des Gesundheitswesens stärker gestiegen sind als die beitragspflichtigen Einnahmen.
Die Finanzkommission Gesundheit soll bis Ende 2026 weitere Reformvorschläge für mittel- bis langfristige Strukturreformen in der GKV vorlegen. Auf dieser Basis will die Bundesregierung – neben den bereits angestoßenen Strukturreformen wie der Notfallreform – weitere Maßnahmen zu einer nachhaltigen finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ergreifen.



