Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, hatte vor seinem Eintritt in die CDU massive Zweifel an der Partei. Er habe als junger Mensch darüber nachgedacht, sich in der CDU zu engagieren.
„Ich hatte nur ein fundamentales Problem mit der CDU“, sagte Winkel der Funke-Mediengruppe. Die CDU sei damals noch gegen den gesetzlichen Mindestlohn gewesen. „Ich kann mich sogar noch an die Diskussion mit meinem Vater erinnern, als er gesagt hat: Eine Partei, die gegen den Mindestlohn ist, ist keine christliche Partei. Mir hat das total eingeleuchtet“, erzählte der in der katholischen Jugendarbeit sozialisierte Winkel.
Bevor Winkel als 19-Jähriger in seiner Heimatstadt Kreuztal mit Freunden die Junge Union wieder gründete, habe er lange überlegt, in welcher Partei er sich engagieren wolle. „Es ist mir nicht leicht gefallen, in die CDU einzutreten oder generell in überhaupt eine Partei einzutreten“, sagte der JU-Vorsitzende. „Oftmals ist es so, dass man im Umkreis – Eltern, Geschwister, Freunde, Bekannte – irgendjemanden hat, der in der Partei ist. Bei mir war das null so, nullkommanull.“ Er habe es aber spannend gefunden, in der Schule oder mit seinem Vater über Politik zu diskutieren. „Ich habe dann irgendwann mal überlegt: Na ja, also ich würde auch mal gerne was machen und jetzt nicht immer nur irgendwie einsam eine Talkshow gucken oder so. Ist ja auch ein bisschen creepy.“



