Der frühere Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu einem baldigen Frieden in der Ukraine eine klare Absage erteilt.
„Nein, Frieden ist nicht in Sicht. Es ist lächerlich, dass Trump so etwas behauptet“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Wie kann irgendjemand glauben, dass der Frieden näher ist als je zuvor? Die russische Seite hat kein einziges Zugeständnis gemacht. Trump hat sie nicht einmal dazu aufgefordert“, kritisierte Hodges. Trump habe nur Druck auf die Ukraine ausgeübt.
Der ehemalige US-General warnte davor, dass Moskau eine Strategie mit dem in Aussicht gestellten November-Treffen verfolge: „Die Russen versuchen, die Offenheit des amerikanischen Präsidenten für Geschäfte mit dem Kreml auszunutzen und ihn auf ihre Seite gegen die Ukraine zu ziehen“, sagte er. „Dass kein anderes europäisches Land zu den Verhandlungen eingeladen wurde, zeugt davon, dass Russland Europa in den Verhandlungen kein Mitspracherecht einräumt.“ Dagegen müssten die europäischen Regierungschefs lautstark protestieren.
Hodges warnte auch vor dem von Moskau geplanten Treffen mit China und den USA. „Bei den Gesprächen zwischen China, Russland und den USA wird bewusst nach einem Deal über die Köpfe der Ukrainer hinweg gesucht“, sagte er. „Die Russen wollen nicht, dass die Ukraine Putin auf Augenhöhe begegnet oder am Verhandlungstisch sitzt. Sie wollen, dass es so läuft wie im 18. Jahrhundert, als die Großmächte Polen unter sich aufteilten.“



