Eralp bestätigt „Spiegel“-Bericht über Einschüchterung

Eralp bestätigt "Spiegel"-Bericht über Einschüchterung

Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat einen „Spiegel“-Bericht, wonach sie sich von Personen, die mit der Hamas sympathisieren sollen, eingeschüchtert fühlen soll, indirekt bestätigt. Es seien „private, interne Inhalte veröffentlicht“ worden, sagte sie am Donnerstag in Berlin.

„Ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen“, fügte Eralp hinzu. Dass man sich Sorgen um seine Familie mache, sei normal. Das sei auch eine Folge der „zum Teil wirklich vergifteten“ Debatten der vergangenen Wochen und Monate.

Sie werde „für die Sicherheit von allen Berlinerinnen und Berlinern als Regierende Bürgermeisterin sorgen“, so Eralp weiter. Dazu gehöre, dass sie „mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln“ gegen Organisierte Kriminalität und gegen Gewalt vorgehen werde. „Selbstverständlich“ schließe das auch alle Menschen ein, die Gewalt verherrlichten. Das sei ihr „Versprechen“ an die Berliner Bevölkerung.

Der „Spiegel“ hatte über die von Eralp autorisierte Fassung eines Interviews berichtet, das das Magazin zu Beginn der Woche mit ihr geführt haben soll. In der schriftlichen Fassung, die Eralps Sprecher an den „Spiegel“ zurückgesandt haben soll, waren dem Bericht zufolge versehentlich noch Kommentare und Anmerkungen enthalten, die Eralp und ihre Leute hinterlassen hätten. So habe Eralp eine „Spiegel“-Frage und ihre eigene Antwort zu Ibrahim Ibrahim, dem Sympathien mit der Hamas vorgeworfen werden, streichen lassen – und mit einem längeren, offensichtlich für den internen Gebrauch gedachten Text begründet, warum sie nicht namentlich auf ihn eingehen wolle: „Ich kann mich und meine Familie für den Spiegel nicht in Gefahr bringen“, schrieb Eralp laut dem „Spiegel“ in das Dokument. „Was machen wir jetzt? Können wir das ganze Interview stornieren?“

Eralp will Regierende Bürgermeisterin in einer Koalition mit Grünen und SPD werden. Ihre Angst, sich öffentlich zu konkreten Namen wie dem von Ibrahim zu äußern, begründete sie dem Bericht zufolge in ihren Anmerkungen: Das Landeskriminalamt habe ihr in der Vergangenheit empfohlen, „nie konkrete Namen zu nennen“, schreibt sie. „Damals ging es um OK“, was für Organisierte Kriminalität steht. „Jetzt geht`s um Leute mit Kontakten zur Hamas.“ Sie hätte das Interview „niemals zusagen dürfen“.

Eralps Sprecher teilte dem „Spiegel“ mit, dass die Linken-Politikerin als Bürgermeisterkandidatin seit Monaten täglich Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen ausgesetzt sei.