DRK fordert Erste-Hilfe-Kurse mit Selbstschutzinhalten an Schulen

DRK fordert Erste-Hilfe-Kurse mit Selbstschutzinhalten an Schulen

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann Gröhe, hat die Absicht von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) begrüßt, den Zivilschutz bereits im Schulunterricht zu verankern.

„Jetzt zielen Vorschläge darauf ab, den Bevölkerungsschutz auch im Schulalltag zu verankern“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Das Jugendrotkreuz sei bereits an vielen Schulen aktiv und mache dort gute Erfahrungen mit altersgerechten, auch digitalen Angeboten. „Diese können wir verstärkt mit Selbstschutzinhalten verbinden und über die Schülerinnen und Schüler auch die Familien erreichen.“

Dies lasse sich aber nur mit den vielen ehrenamtlichen Helfern in den anerkannten Hilfsorganisationen machen, so Gröhe. Die Partnerschaft mit diesen Hilfsorganisationen müsse daher zu einem wesentlichen Bestandteil des geplanten Pakts für den Bevölkerungsschutz werden. Notwendig seien außerdem ehrenamtliche Pflegeunterstützungskräfte. „Wenn ein Krankenhaus in einer Krise plötzlich eine sehr hohe Zahl von Verletzten aufnehmen muss, können diese Unterstützungskräfte den Normalbetrieb des Krankenhauses aufrechterhalten.“

Im von Dobrindt in der vorigen Woche präsentierten Pakt für den Bevölkerungsschutz heißt es: „Der Bund wird außerdem auf die zunehmende Verankerung von Zivilschutz bereits im Schulunterricht hinwirken, damit Kinder früh lernen, wie im Ernstfall gehandelt werden kann, und damit dieses Wissen auch in die Familien hineingetragen und Interesse an ehrenamtlichem Engagement geweckt werden kann.“

Generell beklagte der DRK-Chef im Bevölkerungsschutz erhebliche Mängel. „Es mangelt an allen Ecken und Kanten, von der Ausstattung bis zu Schulungsmaßnahmen für die Bevölkerung“, sagte er dem RND. In einer bewaffneten Auseinandersetzung gebe es ohne Zivilschutz keine Gesamtverteidigung. Ein ausreichender Zivilschutz lasse sich aber nicht erst im Notfall aufbauen. Dazu brauche es jahrelange Vorbereitung. Ein Beispiel für unzureichende Ausstattung seien die sogenannten Mobilen Betreuungsmodule, die man sich wie bewegliche Kleinstädte vorstellen müsse, die etwa im Falle einer Hochwasserkatastrophe in der Nachbarschaft errichtet würden – mit Unterkünften, sozialen Angeboten und Wasseraufbereitung für bis zu 5.000 Menschen. „Geplant waren zehn solcher beweglichen Einheiten“, so Gröhe. „Wir sind tatsächlich bei eineinhalb. Und auch deren Betrieb und die Ausbildung dafür sind nicht gesichert.“