Chemie-Industrie weiter in Schieflage

Chemie-Industrie weiter in Schieflage

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland bleibt weiterhin in einer schwierigen Lage.

Im vierten Quartal 2025 verzeichnete die Chemiebranche erneut einen Rückgang in Produktion, Preisen und Umsatz, während die Pharmaindustrie mit einem leichten Wachstum das Gesamtbild stabilisierte. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) teilte am Freitag mit, dass die Kapazitätsauslastung der Chemieanlagen unter der Rentabilitätsschwelle blieb und die Branche unter Importdruck und intensivem Preiswettbewerb leide.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup sagte, dass die Jahresbilanz der Chemie „unterirdisch“ sei und „die wirtschaftspolitische Kurskorrektur“ der Regierung „mit angezogener Handbremse“ den Frust in den Unternehmen verstärke. Er sagte, dass 2026 nicht leichter werde und die hohen Preise sowie die anhaltende Unsicherheit viele Betriebe an ihre Grenzen bringen würden. Große Entrup warnte vor einem Strukturbruch für die industrielle Basis ohne „echten Reformwillen“ und mächtig Tempo in Berlin und Brüssel.

Die Prognose für 2026 bleibt aufgrund des Irankriegs unsicher. Die Produktion der Chemie wurde im letzten Quartal 2025 erneut deutlich gedrosselt, während die Pharmaindustrie ein Produktionsplus von 4,5 Prozent verzeichnete. Der Gesamtumsatz der Branche sank im vierten Quartal um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und lag 2,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau.