Betriebsratschefin greift VW-Vorstand an

Betriebsratschefin greift VW-Vorstand an

Die Betriebsratschefin von Volkswagen, Daniela Cavallo, greift den Vorstand des Autobauers scharf an. „Der VW-Vorstand hat einiges verschlafen“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“. Es hätte andere Weichenstellungen geben müssen. Der Vorstand hätte schneller sehen müssen, wie sich der chinesische Markt verändert und dass man in Europa über viele Jahre Hybrid-Fahrzeuge benötige. Zudem habe eine richtige Strategie in Nordamerika gefehlt.

Cavallo tritt damit dem Eindruck entgegen, die Gewerkschaft habe bereits einem neuerlichen Stellenabbau zugestimmt. „Die Arbeitnehmerseite hat keinem Abbau von 50.000 Stellen zugestimmt“, sagte sie. Wenn der Vorstand jetzt weitere Stellen abbauen wolle, müsse er das erst mal rechnerisch im Detail hinterlegen, und dann werde man darüber verhandeln.

Nach der jüngsten Sitzung des VW-Aufsichtsrats hieß es in einer Mitteilung, eine Erhebung im Zukunftsplan 2030 sehe rund 50.000 abzubauende Stellen vor. „Es ist nur eine Erhebung“, sagte Cavallo dazu. Dahinter sei keine abgestimmte Zielzahl definiert. Die Auseinandersetzung zu diesen Themen beginne jetzt erst. Man habe sich weder zu einem Personalabbau verpflichtet, noch darüber gesprochen, wie ein eventueller zusätzlicher Personalabbau überhaupt umgesetzt werden könnte. Die Aufsichtsratsebene ersetze keine Verhandlungen auf betrieblicher oder tarifvertraglicher Ebene. Wenn es nach ihr gehe, werde keine einzige Stelle bei VW abgebaut.

IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger sagte, der Vorstandschef habe die Aufgabe, die Beschäftigten auf den Weg in die Zukunft mitzunehmen. „Oliver Blumes Kommunikation war zuletzt ein Desaster“, sagte Gröger. Er kritisierte auch die größten Aktionäre von VW, die Familien Porsche und Piëch. „Die Predigt vom Verzicht darf keine Einbahnstraße sein. Die Porsches und Piëchs sollten niedrigeren Dividenden zustimmen, um Geld für Investitionen freizumachen“, sagte er.

Cavallo warnt zudem vor einer Machtübernahme der AfD. „Eine AfD-Bundesregierung wäre für Deutschland fatal, nicht nur gesellschaftlich. Auch wirtschaftlich wäre das eine Katastrophe“, sagte sie. Ein Austritt aus Euro und EU würde deutsche Firmen viel Umsatz kosten. Außerdem brauche man Zuwanderer – für Branchen wie Gesundheit und Gastronomie, aber auch für die Industrie. Ihre Eltern seien aus Italien eingewandert. Viele Menschen mit Migrationshintergrund seien durch den Erfolg der AfD verstört.