Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin Elif Eralp soll laut eines Medienberichts noch bis zum vergangenen Jahr Mitglied der „Roten Hilfe“ gewesen sein. Dies gehe aus zwei früheren Auflagen des Handbuchs des Berliner Abgeordnetenhauses hervor, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf eigene Recherchen. Diese seien im März 2022 und im Juli 2023 erschienen. In der jüngsten Auflage des Abgeordnetenhandbuchs aus dem Oktober 2025 ist die „Rote Hilfe“ bei den Vereinsmitgliedschaften Eralps nicht mehr erwähnt.
Der Verfassungsschutz hält den Verein für die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht heißt es, primäres Betätigungsfeld der „Roten Hilfe“ sei die Unterstützung linksextremistischer Straftäter. Der Verein biete einen Legitimationsrahmen für die Begehung von Straf- und Gewalttaten.
Straftäter mit linker Gesinnung können bei der „Roten Hilfe“ die Erstattung ihrer Straf- und Bußgelder beantragen. Die Zahlungen des Vereins sollen die Täter ermutigen, nicht mit Polizei und Gerichten zu kooperieren: Die Regularien der „Roten Hilfe“ sehen vor, dass der Verein einen Unterstützungsantrag ablehnen kann, wenn der Antragsteller in einem Strafverfahren eine Aussage macht oder sich entschuldigt.
Die Landesgeschäftsstelle der Linkspartei teilte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Dienstag mit, Eralp sei während ihres Jurastudiums in die „Rote Hilfe“ eingetreten, weil sie unterstützen wollte, dass Menschen einen juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen. Anschließend sei sie über Jahre passives Mitglied gewesen. Über die Mitgliedschaft habe Eralp auf der Homepage des Abgeordnetenhauses immer transparent informiert. Im vergangenen Jahr sei sie wegen teilweise anderer politischer Ansichten ausgetreten – bevor sie Spitzenkandidatin zur Berliner Abgeordnetenhauswahl wurde.
Die Wahl am 20. September hatte die Linkspartei gewonnen. Eralp sondiert mit Grünen und SPD eine Regierungsbildung.



