WDR-Intendantin Vernau rechnet nicht mit steigendem Rundfunkbeitrag

WDR-Intendantin Vernau rechnet nicht mit steigendem Rundfunkbeitrag

WDR-Intendantin Katrin Vernau rechnet in absehbarer Zeit nicht mit einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

„Im Moment sehe ich nicht, dass sich die Politik im Rahmen des bestehenden Finanzierungsmodells noch einmal einvernehmlich auf eine Beitragserhöhung verständigt“, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Und wenn sie sich auf ein neues Finanzierungsmodell einigen würde, wäre es eher unwahrscheinlich, dass als Erstes eine Beitragserhöhung käme.“ Daher muss der Sender seinen Transformationsprozess fortsetzen, Ressourcen anders einsetzen und sowohl das Programmangebot als auch Personal bis 2030 reduzieren. Am Freitag wurde bekannt, dass jede dritte verrentete Stelle nicht nachbesetzt wird.

„Das ist für den WDR – und wahrscheinlich für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk – neu. Wir kommen aus einer Welt, in der das Angebot immer ausgeweitet wurde. Es war nicht die Frage, wie wir mit einem kleiner werdenden Kuchen zurechtkommen, sondern wie wir jedes Jahr das zusätzliche Tortenstück verteilen. Nun sind wir zur Reduzierung gezwungen“, sagte Vernau.

Das Programmangebot wird von 600 auf 300 verringert. 76 Angebote wurden in einem ersten Schritt konkret benannt, darunter viele Social-Media-Angebote, aber auch Sendungen wie „Frau tv“ oder Podcasts wie „Lisas Paarschitt“ oder „Doc Esser“. Im Frühjahr 2027 werden weitere Programme benannt, die wegfallen werden.