Welthungerhilfe fordert mehr Hilfe für den Libanon

Welthungerhilfe fordert mehr Hilfe für den Libanon

Angesichts der Eskalation der Kämpfe im Libanon hat die Welthungerhilfe die Bundesregierung dazu aufgerufen, die Hilfen für das Land aufzustocken. „Die humanitäre Lage im Libanon hat sich seit Kriegsbeginn dramatisch verschärft und das Land droht in einer Dauerkrise zu versinken“, sagte Programmvorständin Bettina Iseli dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ mit Blick auf geschätzt eine Million Binnenflüchtlinge – ein Fünftel der Bevölkerung.

Iseli forderte die Bundesregierung auf, deutlich mehr humanitäre Hilfe bereitzustellen und sich für einen dauerhaften Waffenstillstand und eine politische Lösung einzusetzen. Sie äußerte sich aus Anlass einer geplanten Reise von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) in den Libanon am Montag und Dienstag. Dort will sie unter anderem Flüchtlingslager besuchen. Die Bundesregierung hatte dem Libanon im März nach dem Beginn des Iran-Kriegs 70 Millionen Euro zur Versorgung von Flüchtlingen bereitgestellt.

3.000 Menschen seien bisher getötet worden, 9.000 verletzt, sagte Iseli. Inzwischen litten rund 1,24 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit. „Krieg, Vertreibung und steigende Preise treiben immer mehr Familien in den Hunger. Viele Eltern wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder ernähren sollen“, so Iseli. Schulen seien zu Notunterkünften geworden, wodurch viele Kinder nicht mehr regulär lernen könnten.

„Gleichzeitig geraten die Gastfamilien und libanesischen Gemeinden, die Menschen auf der Flucht aufnehmen, immer stärker unter Druck, weil die Gesundheitsversorgung und soziale Dienste längst überlastet sind“, beklagte sie. „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die Gefahr sozialer Spannungen massiv steigt, wenn Menschen ohne Einkommen und ohne ausreichende humanitäre Hilfe monatelang ausharren müssen“, warnte die Vertreterin der Welthungerhilfe.