Der Sozialverband VdK kritisiert die Bundesregierung wegen Einsparplänen beim barrierefreien Wohnen scharf.
VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der „Rheinischen Post“ mit Blick auf die Haushaltsberatungen im Bundestag, es sei völlig unverständlich, dass die Bundesregierung ausgerechnet bei der Barrierefreiheit den Rotstift ansetze. Die Nachfrage nach dem KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ sei riesig: Die 50 Millionen Euro, die im April 2026 bereitgestellt worden seien, seien bereits Ende Juli vollständig ausgeschöpft gewesen. Und trotzdem solle die Förderung 2027 auf sechs Millionen und 2028 sogar auf nur noch 1,5 Millionen Euro sinken.
Sie betonte, das sei keine bedarfsgerechte Förderung, sondern das faktische Aus für ein erfolgreiches Programm. Dabei brauche man angesichts einer alternden Gesellschaft dringend mehr barrierefreien Wohnraum und nicht weniger. Bentele fügte hinzu, wer beispielsweise eine bodengleiche Dusche brauche, Türen verbreitern oder Stufen beseitigen müsse, dürfe nicht daran scheitern, dass die staatliche Förderung plötzlich nicht mehr reiche. Wenn solche Umbauten aus finanziellen Gründen nicht möglich seien, könnten am Ende unnötige Umzüge oder eine frühere Abhängigkeit von Pflege stehen.
Die Bundesregierung müsse deshalb umsteuern. Die zusätzlichen Milliarden für den sozialen Wohnungsbau und die Städtebauförderung müssten deutlich stärker für Barrierefreiheit eingesetzt werden, forderte sie. Und den Investitionszuschuss „Altersgerecht Umbauen“ wolle der VdK dauerhaft und bedarfsgerecht auf 390 Millionen Euro jährlich aufstocken. Alles andere wäre angesichts der demografischen Entwicklung und des enormen Bedarfs ignorant.



