Führende Unionspolitiker schließen eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei im Bund und in den Ländern aus. Hintergrund ist eine Äußerung des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano, der der CDU am Rande des Linken-Parteitags eine „faschistische Politik“ vorgeworfen hatte. Pantisano entschuldigte sich später nur halbherzig dafür. Einzelne Unionspolitiker fordern sogar eine gezielte Beobachtung der Linken durch den Verfassungsschutz.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sagte der „Bild-Zeitung“ (Freitagausgabe): „Die Linke radikalisiert sich in atemberaubendem Tempo.“ Die Partei habe mittlerweile ein tief sitzendes Antisemitismus-Problem und ihre Jugendorganisation verherrliche Diktatoren wie Stalin. „Wer die Grundpfeiler unserer demokratischen Grundordnung so rigoros infrage stellt, kann kein Partner der CDU sein.“
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte: „Die Aussage überschreitet alle Grenzen. Bei Herrn Pantisano ist jedes Maß verloren gegangen.“ Hier zeige sich das wahre Gesicht einer Linken, die selbst am äußersten Rand stehe. Es spreche Bände, dass Pantisano in Kenntnis dieser Äußerungen zum Vorsitzenden gewählt wurde. Linksextrem sei keineswegs besser als rechtsextrem. Für die CDU könne das nur heißen, zu allen extremen Kräften ausreichend Distanz zu wahren. Das bedeute: Eine Zusammenarbeit dürfe es weder mit der AfD noch mit der Linken geben.
Auch der enge Merz-Vertraute und Kulturstaatsminister im Kanzleramt, Wolfram Weimer (parteilos), übte scharfe Kritik. Er sagte der „Bild-Zeitung“: „Die Linkspartei profiliert ihre Herkunft als die umbenannte SED.“ Wenn ihr neuer Vorsitzender die demokratische Mitte der Republik als Faschisten diffamiere, verabschiede sich die Partei von der demokratischen Integrität. Zudem kultiviere die Partei offenen Antisemitismus in unerträglicher Weise. Die SED-Linkspartei mauere sich gerade in eine ganz eigene Brandmauer ein.
Klare Worte kamen auch vom CSU-Innenexperten Stephan Mayer. Er sagte der Zeitung, es könne keine Zusammenarbeit mit der Linkspartei geben, weder im Bund noch im Land. Die Äußerung müsse zudem Konsequenzen haben. Die Linke sei kein möglicher Kooperationspartner der CDU/CSU, sondern vielmehr eher ein Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes.
Anders sieht das Sven Eppinger (CDU), Abgeordneter in Sachsen und Chef der konservativen Heimatunion. Er unterscheidet zwischen der Linken im Bund, die er als „totalitär, antisemitisch, kommunistisch mit einem Hauch Stalinismus und zumindest linksradikal“ bezeichnet, und dem Land, wo es durchaus auch „relativ vernünftige Menschen“ gebe. Eppinger will, dass gerade den vernünftigen Abgeordneten ermöglicht werde, Arbeit zum Wohle des deutschen Volkes und insbesondere der Menschen in Sachsen zu leisten. Er schließt eine Kooperation nicht aus und bezieht die AfD mit ein. Jeder, der vernünftige Politik mittragen möchte, sei eingeladen, mitzumachen.



