Eine knappe Mehrheit der Deutschen ist offenbar für eine Beteiligung der Bundeswehr an einer Militärmission in der Straße von Hormus. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des „Stern“ und RTL hervor. Demnach sind 51 Prozent der Befragten dafür, 44 Prozent dagegen. Fünf Prozent antworteten mit „weiß nicht“.
Die Bundesregierung diskutiert seit einigen Wochen die deutsche Beteiligung an einer Mission zur Sicherung der Straße von Hormus. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte die Bereitschaft dazu mehrfach erklärt. Voraussetzungen für eine solche Beteiligung sind das Ende der Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran, ein tragfähiges militärisches Konzept, etwa durch eine UN-Resolution, sowie die Zustimmung des Bundestags. Die Zustimmungswerte liegen ähnlich hoch wie Mitte April. Bereits damals war die Hälfte der Bundesbürger für den Einsatz von deutschen Minenräumbooten im Nahen Osten.
Anfang Mai entsendete die Marine das Minenjagdboot „Fulda“ ins Mittelmeer. Bei einem Beschluss für den Einsatz könnten die rund 45 Soldaten an Bord, darunter auch Minentaucher, in der Straße von Hormus unter Wasser nach Sprengstoff suchen und diesen entschärfen.
Geteilt ist die Meinung zwischen Ost und West: Während Westdeutsche mehrheitlich dafür sind (52 Prozent), lehnen Ostdeutsche dies mehrheitlich ab (53 Prozent). Am häufigsten wären Anhänger von CDU/CSU, Grünen und auch SPD für eine deutsche Beteiligung. Am deutlichsten ist die Zustimmung bei den Anhängern der Grünen, von ihnen sagen 77 Prozent Ja zu einer Beteiligung an einer Hormus-Mission. Von den Anhängern der AfD sprechen sich derweil fast drei Viertel dagegen aus (73 Prozent). Auch unter den Anhängern der Linkspartei überwiegt der Anteil der Skeptiker: 48 Prozent sagen Nein zu einer deutschen Beteiligung, 39 Prozent Ja.
Die genaue Frage lautete: „Sind Sie für die Entsendung deutscher Minenräumboote in die Straße von Hormus?“ Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte dazu am 7. und 8. Mai 2026 insgesamt 1.009 Deutsche.



