Die Ausgaben für Heilmitteltherapien in Deutschland sind in den letzten Jahren stark gestiegen, während die Qualität der Versorgung unklar bleibt. Das geht aus dem Heilmittel-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.
Im Jahr 2024 gaben die gesetzlichen Krankenkassen demnach knapp 13,3 Milliarden Euro für Heilmitteltherapien aus, was einer Verdopplung der Ausgaben innerhalb von zehn Jahren entspricht. Ende 2025 lagen die Ausgaben bereits bei 14,7 Milliarden Euro. Besonders die Einführung der Blankoverordnung im Jahr 2024 habe zu einem Anstieg der Kosten geführt, ohne dass der Nutzen für die Patienten bisher klar sei, so das Institut.
Ein Großteil der Ausgaben entfiel auf Physiotherapien, die 69,7 Prozent des Heilmittel-Umsatzes der gesetzlichen Krankenversicherung ausmachten. Die Zahl der Verordnungen für langfristigen Heilmittelbedarf hat sich seit 2017 fast verfünffacht. Auch der besondere Versorgungsbedarf für schwerwiegende oder langfristige Erkrankungen stieg deutlich an. Die Kosten für diese Verordnungsformen summierten sich im Jahr 2025 auf insgesamt 2,6 Milliarden Euro, was 50 Prozent der Heilmittelkosten der AOK ausmachte.



