Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, fordert die Koalition von Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) auf, vor einer Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63“ die tatsächlichen Kosten im Falle einer Beibehaltung zu prüfen. „Ich will die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nicht generell infrage stellen. Aber wir sollten über Details noch mal reden“, sagte Schnieder dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
„Wir sollten anschauen, wie viele Menschen überhaupt noch so eine Erwerbsbiografie mit ganz frühem Berufsstart haben und was es kosten würde, ihnen noch die frühere Rente ohne Abschläge zu gewähren.“ Es gebe heute kaum noch junge Menschen, die mit 14 oder 15 Jahren in den Beruf einstiegen und dann deutlich vor dem regulären Rentenalter 45 Beitragsjahre erfüllten. Das sei nur noch bei Erwerbsbiografien von früher der Fall. „Das wird sich in den nächsten Jahren rauswachsen, weil heute keiner mehr so früh anfängt.“
Wichtig sei, den Menschen zu signalisieren: „Wir sehen ihre Situation und wir werden darüber noch mal sprechen.“ Er wünsche sich aber von der Koalition, dass es keinen öffentlichen Streit mehr gebe. „Politisches Ringen ist okay, aber hinter verschlossenen Türen – so machen wir das auch in Rheinland-Pfalz.“



