Fast jede zweite Wohnung in Deutschland könnte in Zukunft theoretisch mit Fernwärme beheizt werden. Das geht aus einem neuen Fernwärmeatlas des Forschungsinstituts Prognos hervor, über den das „Handelsblatt“ und der Fachdienst „Tagesspiegel Background“ berichten.
Prognos geht davon aus, dass Fernwärme ein enormes Wachstumspotenzial hat. Der Anteil der Wohnungen, die deutschlandweit mit Fernwärme beheizt werden, könnte demnach von heute 15 Prozent auf 47 Prozent bis zum Jahr 2045 steigen. Bei der Auswertung spielten Faktoren wie Bevölkerungsdichte und bereits vorhandene Fernwärmestränge eine Rolle. Wie hoch die Chancen stehen, dass ein Fernwärmenetz auch tatsächlich gebaut wird, hängt allerdings auch von Faktoren wie der Finanzierung ab.
Stefan Beismann, Firmenkundenvorstand bei der DZ-Bank, sagte dem „Handelsblatt“: „Wenn man ein Fernwärmenetz auf 10.000 Abnehmer auslegt, aber dann entscheiden sich 7.000 Bürger in dem Gebiet für eine Wärmepumpe, wird sich das Netz unter den heutigen Bedingungen nicht rentieren.“ Er machte deshalb klar, dass Landesbürgschaften ein wichtiger Baustein dafür sein könnten, dass Stadtwerke einen besseren Zugang zu Finanzierungen für Fernwärmeprojekte bekämen. Weitere Möglichkeiten seien Haftungsfreistellungen der KfW sowie eine Finanzierung über die kommunalen Träger. Deshalb dürften die kommunalen Wärmepläne, die Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohner zum 30. Juni vorlegen müssen, auch nur grobe Anhaltspunkte sein.



