Lahm: Nationalmannschaft fehlt ein Gesicht

Lahm: Nationalmannschaft fehlt ein Gesicht

Philipp Lahm vermisst in der deutschen Nationalmannschaft seit Langem einen festen Kern. „In den letzten Jahren fehlte eine Antwort auf die Frage: Wer ist die Mannschaft?“, sagte der frühere Fußballnationalspieler und Weltmeister dem „Zeitmagazin“. Die sportliche Führung habe es versäumt, der Mannschaft ein Gesicht zu geben. Trotzdem zähle Deutschland für ihn noch immer zu den Nationen, für die ein Titel möglich ist.

Der Ex-Nationalspieler Paul Breitner verwies unterdessen auf frühere Erfolgsrezepte. Im deutschen Weltmeisterteam 1974 sei das Miteinander „ziemlich einfach“ gewesen, „weil wir mit sechs Spielern des FC Bayern die Truppe dominiert haben“. Die Nationalmannschaft habe jahrzehntelang davon gelebt, dass es meistens einen Bayern-Block gegeben habe, „der natürlich nur etwas nutzt, wenn es sich um die Besten handelt“. Dann werde er von den anderen akzeptiert. „Dann sagen die: Wie muss ich mich der Spielweise dieses Blocks anpassen? Das macht alles viel leichter.“ So etwas habe man im Moment in der Nationalmannschaft nicht.

Stefan Reuter, der 1990 Fußballweltmeister wurde, antwortete im „Zeitmagazin“ auf die Frage, welchen Eindruck er von der Hierarchie im derzeitigen Nationalteam habe: „So richtig kann ich das nicht sagen – vielleicht liegt darin schon die Antwort.“