Der Vorsitzende des Ausschusses für Internationalen Handel im EU-Parlament, Bernd Lange, schließt eine Fortsetzung des Zoll-Abkommens zwischen der EU und den USA nach 2029 aus.
„Ich gehe fest davon aus, dass die 15-Prozent-Zölle aus der Turnberry-Vereinbarung 2029 ein Ende haben und abgebaut werden“, sagte der SPD-Politiker dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „In den USA ist inzwischen angekommen, dass sie auf bestimmte Güter aus Europa angewiesen sind und dass höhere Zölle letztlich an die eigenen Verbraucher sowie an die Industrie weitergereicht werden.“ Die am Freitag verkündeten Zölle von zehn Prozent deuteten bereits darauf hin, dass die US-Regierung diese Bedenken stärker berücksichtige.
Auch ein Jahr nach dem Zolldeal erheben die USA jedoch weiterhin 50-prozentige Zölle auf Stahl und Aluminium aus der EU. Lange zeigte sich überzeugt, dass es bald eine Einigung über Ausnahmen geben wird. „Ich rechne damit, dass es bis zum Jahresende Ausnahmen für Spezialstahl und qualitativ besonders hochwertigen Stahl geben wird. Für den Maschinenbau und die Automobilindustrie sind die USA auf unseren Stahl angewiesen, weil sie ihn selbst weder in ausreichender Menge noch in vergleichbarer Qualität produzieren können“, erklärte Lange.
„Ich bin fest davon überzeugt: Würden wir heute noch einmal neu mit den USA verhandeln, sähe der Deal deutlich besser aus“, sagte Lange. Heute würden die EU-Staaten geschlossener auftreten als noch vor einem Jahr. Trumps Grönland-Drohungen hätten dieses Umdenken gebracht. „Hinzu kommt, dass in den USA zumindest ein Stück weit mehr Rationalität eingekehrt ist. Auch die US-Regierung erkennt die Vorteile wechselseitiger Wirtschaftsbeziehungen stärker an.“



