EU-Kommissarin kritisiert US-KI-Exportbeschränkungen

EU-Kommissarin kritisiert US-KI-Exportbeschränkungen

EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen kritisiert die jüngsten US-Exportbeschränkungen für die KI-Modelle der Firma Anthropic. Sie halte die Exportkontrollen der Amerikaner nicht für die richtige Herangehensweise, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“. Sollten Maßnahmen aufgrund von Sicherheitsrisiken notwendig sein, müssten diese aus ihrer Sicht gemeinsam mit internationalen Partnern abgestimmt werden.

Der Fall verdeutliche zugleich die Notwendigkeit, eigene europäische KI-Kapazitäten zu entwickeln, so Virkkunen. Die EU hinke bei der technologischen Souveränität hinterher. Vor diesem Hintergrund hatte die EU-Kommission zuletzt mit dem Tech Sovereignty Package ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der digitalen Unabhängigkeit vorgestellt. „Uns war es wichtig, klarzumachen: Souveränität heißt nicht Protektionismus“, sagte Virkkunen. Die Kommissionsvizepräsidentin warnt zugleich vor „gefährlichen Abhängigkeiten“. Niemand dürfe den „Kill Switch“ zu der kritischen Infrastruktur Europas haben.

Wie lange die Anthropic-Modelle blockiert bleiben, sei jedoch „eine Entscheidung der Amerikaner“, so Virkkunen. „Demokraten müssen beim Thema KI zusammenarbeiten“, fordert sie. Sie beobachte weltweit ein Umdenken im Umgang mit KI. Staaten, die lange Zeit auf eine weitgehende Regulierung verzichtet hätten, nähmen die Sicherheitsrisiken inzwischen stärker wahr.