Der Chef des ukrainischen Energiekonzerns DTEK, Maxim Timchenko, warnt Europa vor Angriffen auf kritische Infrastruktur. Moderne Kriege funktionierten anders als noch vor 20 oder 30 Jahren, sagte Timchenko dem „Handelsblatt“. Russland setze „Energieterror“ als Waffe ein, mit billigem Gas, mit Cyberattacken, mit politischem Druck. Heute sehe man die physische Zerstörung von Energieanlagen.
Mit Blick auf Deutschland und Europa äußerte Timchenko Zweifel an der Vorbereitung auf solche Szenarien. Er glaube, viele Menschen in Europa wollten darüber noch nicht nachdenken, sagte er. Das Wetter sei schön, das Leben funktioniere, niemand beschäftige sich gern mit solchen Szenarien. Aber genau darin liege die Gefahr.
Zugleich kritisierte Timchenko die anhaltende Energieabhängigkeit Europas von Russland. Noch immer fließe russisches Gas nach Europa. „Und dann hört man Stimmen, die sagen: Lasst uns doch wieder mehr Gas aus Russland beziehen. Für mich ist das unbegreiflich“, sagte er weiter. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was noch passieren muss, damit die Menschen endlich verstehen, dass Russland dauerhaft abgeschnitten werden muss.“ Die Ukraine könne helfen, die entstehende Lücke zu schließen.



