Der Dax ist am Montag nach einem leicht positiven Start in die Handelswoche bis zum Mittag klar ins Minus gestürzt. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.200 Punkten berechnet, 0,4 Prozent unter dem Schlussniveau vom Donnerstag.
Am unteren Ende der Kursliste tummelten sich nach den jüngsten Zolldrohungen aus Washington die Papiere der Autobauer. Aber auch RWE und Deutsche Post standen unter Druck. Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Aktien von Rheinmetall, Brenntag und Symrise.
„Nach einer hervorragend verlaufenden US-Berichtssaison, speziell bei den Halbleiterunternehmen und den Big-Techs, beginnt nun langsam wieder eine Phase der Makrodaten“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Der Fokus richte sich dabei verstärkt auf den Arbeitsmarkt in den USA und die zukünftige Geldpolitik in den USA wegen der Redebeiträge von elf US-Notenbankern.
„Die höheren Energiepreise werden nicht geräuschlos an der Realwirtschaft vorbeiziehen, und ebenfalls die Situation auf dem internationalen Düngemittelmarkt dürfte noch für Preisturbulenzen im Lebensmittelsektor sorgen. Die nachgelagerten Auswirkungen machen es für viele Investoren schwer, den Gesamtkontext zu den Quartalsergebnissen und dem Konsumverhalten herzustellen. Es zeigen sich bereits an einigen Nebenkriegsschauplätzen entsprechende Änderungen.“
„Im Dax dreht sich weiterhin alles um die Situation im Nahen Osten. Die beginnende Hauptversammlungssaison spült zwar Gelder in die Kassen der Aktionäre, doch bleibt es derzeit fraglich, ob diese wieder an den europäischen Aktienmärkten reinvestiert werden. In Europa werden in dieser Handelswoche noch einige wichtige Unternehmenskennzahlen unter anderem von Novo Nordisk, HSBC und Shell erwartet. In den USA wird Palantir seine Ergebnisse präsentieren und Auskunft über die Aktivitäten im KI-Sektor geben“, sagte Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1696 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8550 Euro zu haben.
Der Goldpreis ließ deutlich nach, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.540 US-Dollar gezahlt (-1,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 124,80 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 113,50 US-Dollar, das waren 4,9 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.



