Dax lässt geringfügig nach – Konjunktursorgen belasten

Dax lässt geringfügig nach - Konjunktursorgen belasten

Am Dienstag hat der Dax geringfügig nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.304 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Start baute der Dax zunächst seine Verluste aus, bevor er schließlich vorübergehend ins Plus drehte und knapp unter dem Vortagesschluss landete.

„Die konjunkturellen Warnsignale nehmen auf beiden Seiten des Atlantiks zu“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „In Deutschland ist der ZEW-Index deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben und unterstreicht die wachsende Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Die Hoffnungen auf eine nachhaltige Konjunkturerholung bekommen damit einen neuen Dämpfer“, erklärte er. „Gleichzeitig belasten die anhaltend hohen Energiepreise die Wachstumsaussichten und schüren neue Inflationsängste.“

Auch aus den USA kämen wenig ermutigende Signale. „Die schwächer als erwartet ausgefallenen ADP-Arbeitsmarktdaten deuten auf eine weitere Abkühlung der Beschäftigungsdynamik hin. Gleichzeitig verharrt der Immobiliensektor in einer hartnäckigen Stagnation“, erklärte der Analyst. „Für die Finanzmärkte zeichnet sich damit eine zunehmend unangenehme Kombination ab: Die Konjunktur verliert an Schwung, während die Inflationsrisiken wieder zunehmen. Schwächeres Wachstum wäre für sich genommen noch verkraftbar“, so Lipkow. „Gefährlich wird es, wenn gleichzeitig die Preise weiter steigen und den Notenbanken damit die Hände gebunden bleiben.“

Dabei lasse sich die Inflationsentwicklung längst nicht mehr isoliert nach Ländern betrachten. „Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie steigende Kosten für Waren und Dienstleistungen übertragen sich über internationale Lieferketten auf andere Volkswirtschaften“, erklärte der Marktanalyst. „Die Inflation kennt keine Landesgrenzen. Was heute die Produktionskosten in einer Region nach oben treibt, kann morgen bereits die Verbraucherpreise auf einem anderen Kontinent belasten.“

Umso größer sei die Bedeutung der anstehenden Quartalszahlen aus dem Technologiesektor. „Vor allem die Ergebnisse und Ausblicke von Tesla, SpaceX und Meta dürften darüber entscheiden, ob die Anleger wieder Vertrauen in die hohen Wachstumserwartungen fassen. Nach den jüngsten Kursverlusten will der Markt jetzt handfeste Argumente für eine Stabilisierung“, so Lipkow. „Die Berichtssaison kann die Zweifel am KI-Boom entweder zerstreuen oder den Verkaufsdruck weiter verstärken.“

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Qiagen an der Spitze der Kursliste, gefolgt von den Papieren von Eon und Mercedes-Benz. Das Schlusslicht bildeten die Aktien von Siemens, Brenntag und Zalando.

Unterdessen sank der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im November kostete 85 Euro und damit drei Prozent weniger als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 13 bis 16 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis sank ebenfalls deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 108,20 US-Dollar, das waren 139 Cent oder 1,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1235 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8901 Euro zu haben.