Der Betriebsrat des Autozulieferers Bosch fordert für Deutschland einen runden Tisch von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik. „Wir können nicht so weitermachen wie bisher“, sagte Frank Sell, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Bosch Mobility, dem „Spiegel“. Nötig sei eine Taskforce mit Vertretern der Arbeitgeber aus Automobil- und Zulieferindustrie, der Arbeitnehmer, Gewerkschaft und der Politik, die erst auseinandergehe, wenn sie Lösungen erarbeitet habe, die die Zukunft der Branche in Deutschland sicherten.
Hintergrund sind wachsende Konflikte um Arbeitszeit und Sparprogramme in der Branche. Am vergangenen Freitag hatten Tausende Beschäftigte von Mercedes-Benz vor der Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim gegen die Forderung von Mercedes-Chef Ola Källenius protestiert, für das gleiche Geld mehr zu arbeiten.
Zuvor hatten Källenius und Personalvorständin Britta Seeger in einer Botschaft an die Belegschaft gefordert, diese müsse in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten. Die IG Metall kündigte einen „heißen Sommer und Herbst“ an und stellte weitere Proteste auch bei anderen Herstellern und Zulieferern in Aussicht – unter anderem bei Volkswagen, wo Vorstandschef Oliver Blume dem Aufsichtsrat in dieser Woche einen radikalen Spar- und Umbauplan präsentieren will.
Auch bei BMW stößt die Debatte über längere Arbeitszeiten auf scharfe Kritik. BMW-Betriebsratschef Martin Kimmich sagte dem „Spiegel“, wem nichts anderes einfalle, „als nach der 40-Stunden-Woche zu schreien, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“.



