BKA beobachtet veränderte Strategien von Kokain-Schmugglern

BKA beobachtet veränderte Strategien von Kokain-Schmugglern

Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, hat vor einer wachsenden Kokainschwemme in Deutschland gewarnt und erklärt, dass Drogenschmuggler angesichts der polizeilichen Gegenmaßnahmen ihre Strategien änderten.

„Wir haben im Bereich der Rauschgiftkriminalität einen Anstieg der Kokaindelikte, wenn er auch nicht mehr so groß ausfällt wie in den Vorjahren“, sagte Münch dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). Das gleiche gelte für synthetische Drogen. „Wir werden hier auch weiter sehr wachsam sein müssen. Denn wir haben in den Anbaustaaten nach wie vor eine Kokainschwemme.“

Bei Kokain merke man zugleich, dass die Schmuggler andere Wege wählten. „So wird die sogenannte Drop-off-Methode wieder mehr genutzt. Das Kokain wird noch auf hoher See über Bord geworfen. Andere Schiffe nehmen es dann auf“, erklärte Münch. „Wir sehen auch, dass die Schmuggler auf andere Länder ausweichen. So sind wir im Rahmen einer internationalen Aktion mittlerweile mit Portugal, Spanien und anderen Ländern aktiv. Denn kleinere Häfen im südeuropäischen Raum werden stärker angelaufen als zuletzt.“

Man sehe schließlich, dass Kokain chemisch in andere Stoffe eingebracht und hinterher aus diesen Stoffen wieder extrahiert werde, erklärte der BKA-Chef. „In dem Bereich ist sehr viel Geld unterwegs. Deshalb reagieren die Schmuggler sehr schnell auf polizeiliche Maßnahmen.“

Im Zusammenhang mit Kokain einschließlich Crack registrierte die Polizeiliche Kriminalstatistik im vorigen Jahr 39.414 Delikte. Das entspricht einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber 2024.