SPD drängt auf weibliche Kandidatin für Steinmeier-Nachfolge

SPD drängt auf weibliche Kandidatin für Steinmeier-Nachfolge

Nach den Landtagswahlen treibt die SPD die Nachfolge für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier voran. „Die Landtagswahlen sind vorüber, jetzt wird es Zeit, in der Kandidatinnensuche für das Amt der Bundespräsidentin auf die Zielgerade zu kommen“, sagte der SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe).

Er bleibe dabei: „Es sollte eine Frau werden“, so der SPD-Politiker weiter. Sie müsse besonnen handeln „und über ein gutes Urteilsvermögen verfügen, um Konflikte frühzeitig anzusprechen und zu lösen. Und sie sollte ein gutes Standing auf internationaler Bühne haben.“ Er wüsste „beim besten Willen nicht, warum es nur Männer geben sollte, die diese Kriterien erfüllen. Die Zeit ist reif für eine Bundespräsidentin“, so Wiese.

Mechthild Heil (CDU), Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, sprach sich ebenfalls für eine Frau im höchsten Staatsamt aus. „Natürlich bin ich immer noch überzeugt, dass eine Frau nach 77 Jahren endlich als Bundespräsidentin gewählt werden sollte“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Nach den Landtagswahlen sei klar, „wo die Mehrheiten für eine Kandidatur liegen.“

Union und SPD verfügen trotz ihrer Verluste bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin über eine klare Mehrheit in der Bundesversammlung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Gespräche nach den Wahlen angekündigt. Als mögliche Kandidatin gilt Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU).