Angesichts der hohen Zahl von Todesfällen durch Hitze in diesem Sommer haben die Hausärzte der Regierung beim Hitzeschutz Versagen vorgeworfen. Die Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, sagte der „Rheinischen Post“: „Bis heute ist de facto nichts passiert. Sobald der Herbst kam und die Temperaturen wieder gesunken sind, war auch das Thema wieder von der Tagesordnung verschwunden.“
Daher sei die hohe Zahl an Hitzetoten „schockierend, aber leider nicht wirklich überraschend“. Sie sagte: „Fast 10.000 Hitzetote in Folge einer einzelnen Woche im Juni sind kein Warnschuss mehr. Der Ernstfall ist bereits eingetreten.“
Weiter kritisierte Buhlinger-Göpfarth: „Wir sind in Deutschland sehr gut darin, Pläne und Absichtserklärungen zu diskutieren. Wenn es dann allerdings um die konkrete Umsetzung geht, wird es schnell still. Der Hitzeschutz ist dafür ein Paradebeispiel.“ Die Realität sei aber, dass Hitzeschutz Geld koste. „Mit gutem Willen allein wird sich nichts ändern“, sagte sie. „Die Bundesregierung muss jetzt reagieren und dafür auch Geld in die Hand nehmen.“
„Neben den hausärztlichen Praxen müssen insbesondere auch die Pflegeheime in die Lage versetzt werden, ihre Bewohner vernünftig gegen Hitze zu schützen“, so Buhlinger-Göpfarth. „Wir erleben bei unseren Heimbesuchen immer wieder, dass das vielerorts nicht der Fall ist.“
In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) in diesem Sommer bereits fast 12.000 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben.



