Handel kritisiert geplante E-Bonpflicht

Handel kritisiert geplante E-Bonpflicht

Der Handel in Deutschland wehrt sich gegen die Pläne von Union und SPD zur Einführung einer E-Bonpflicht. „Im Koalitionsvertrag wurde die vollständige Abschaffung der Bonpflicht vereinbart und das erwarten die Einzelhändler auch“, sagte der Steuerexperte des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Ralph Brügelmann, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe). Um auf digitale Belege umzustellen, müssten viele Händler erhebliche Investitionen tätigen, was im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld nicht verantwortbar sei.

Das Bundesfinanzministerium will den digitalen Kassenbon ab 2028 zum Standard machen. Kunden sollen einen Papierbeleg dann nur noch auf Nachfrage bekommen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Bundesfinanzministerium kürzlich in die Ressortabstimmung gegeben. Im Koalitionsvertrag von 2025 hatten CDU/CSU und SPD allerdings noch die komplette Abschaffung der Bonpflicht angekündigt.

Brügelmann sagte dazu, wenn die Bonpflicht also grundsätzlich bestehen bleibe, „wäre dies vor allem ein gebrochenes Versprechen der Politik und eine große Enttäuschung“. Letztendlich sei auch fraglich, ob der digitale Beleg flächendeckend zulässig sei. „Dies gilt insbesondere für den Betrieb von Waage-Kassen-Systemen in Supermärkten oder Fleischereien.“

Der Hauptgeschäftsführer des Bäckerhandwerks, Friedemann Berg, begrüßt zwar, dass Bäckereien künftig nicht mehr für jedes verkaufte Brötchen einen Papierbon ausgeben müssen. „Gleichzeitig bedauern wir jedoch, dass der elektronische Beleg in Zukunft verpflichtend sein soll, was für viele, insbesondere kleinere Betriebe mit älteren Kassensystemen, eine Herausforderung sein kann“, sagte Berg den Zeitungen.

Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke erklärte, es werde entscheidend sein, „die digitale Bonpflicht rechtssicher und praxistauglich auszugestalten – insbesondere, wenn Betriebe auf Wunsch weiterhin Papierbelege aushändigen müssen“. Offen seien zudem wichtige Fragen zu Umsatzgrenzen, Ausnahmen und Übergangsfristen.

Der Vorsitzende der Senioren-Union der CDU, Hubert Hüppe, sieht für technikskeptische ältere Menschen kein Problem. „Solange man das Recht hat, noch einen Bon auf Papier zu bekommen, ist das völlig in Ordnung“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Der digitale Bon schont die Umwelt, die Ressourcen, und ist eine gewisse Entbürokratisierung“, erklärte Hüppe.