Die Grünen-Politikerinnen Ricarda Lang und Katharina Schulze fordern einen besseren Hitzeschutz in Deutschland. „Der ewige Kulturkampf gegen die Wärmepumpe ist Friedrich Merz heiliger als der Schutz der Bevölkerung“, sagte Lang dem Nachrichtenportal T-Online. „Selbst Tage wie heute mit hoher Wärmebelastung und Unwetterwarnungen, die uns die brutale Realität einmal mehr vor Augen führen, reichen zum Umdenken nicht aus.“
Lang warf der Bundesregierung vor, nicht die Klimakrise zu bekämpfen, sondern den Klimaschutz. Sie sieht auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche in der Verantwortung. Die CDU-Politikerin führe Deutschland „zurück in die Abhängigkeit von Öl und Gas“. Die Grüne monierte, Reiche habe sich entschieden, nicht Teil der Lösung sein zu wollen, sondern habe sich zum Ziel gesetzt, das Problem noch zu verschärfen. Mit Erneuerbaren könne Deutschland sich „unabhängig von Diktatoren wie Wladimir Putin machen – und so bezahlbare Energie schaffen“. Es könne nicht sein, dass ein „unbekannter Verkehrsminister“ habe gehen müssen, aber Reiche noch im Amt sei.
Schulze forderte einen besseren Hitzeschutz besonders für ältere Menschen, Schwangere, Kinder sowie Pflegebedürftige und Kranke. „Kitas, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen müssen so ausgestattet werden, dass sie auch bei Hitzewellen sichere Orte bleiben“, sagte die Fraktionsvorsitzende der bayerischen Grünen zu T-Online. Dazu gehörten Klimaanlagen und Kühlwesten, mobile Verschattung und mehr Trink- und Abkühlungsangebote. „Klimaanlagen auf Rezept für besonders schutzbedürftige Menschen bringen die Abkühlung direkt nach Hause.“
Schulze sagte: „Für mich ist klar: Hitzeschutz darf nicht vom Geldbeutel oder vom Wohnort abhängen.“ Man müsse nun alles tun, um die Erderwärmung zu begrenzen und gleichzeitig die Menschen vor den Folgen der zunehmenden Hitze zu schützen. „Die technischen Lösungen dafür gibt es längst: Moderne Klimaanlagen können mit Solarstrom vom Dach betrieben werden“, sagte Schulze. „Klimaanpassung und Klimaschutz gehören zusammen – das eine gelingt auf Dauer nicht ohne das andere.“



