Dr. Motte kritisiert Alkohol in der Clubkultur

Dr. Motte kritisiert Alkohol in der Clubkultur

Loveparade-Mitgründer Dr. Motte hat den Einfluss von Alkohol in der Gesellschaft sowie in der Clubkultur scharf verurteilt. „Alkohol ist eine der stärksten Drogen auf diesem Planeten“, sagte Matthias Roeingh, so der bürgerliche Name des DJs, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). Er mache Menschen unkontrolliert, unbeherrscht und zerstöre die Gesellschaft. Technokultur sei nicht Alkohol, führte der Mitinitiator der Bewegung aus.

Clubs müssten Schutzräume sein, in die betrunkene Menschen nicht hineinpassten. Ein Verbot lehnt der DJ allerdings ab. „Ein Verbot ist leider unmöglich, deshalb setze ich auf Aufklärung“, sagte er. Man müsste Warnhinweise anbringen, aber das bringe ja schon bei Zigaretten nichts. Mit dem Alkohol sei es noch schwerer, weil er gesellschaftlich so tief etabliert sei. Er sei überall, man finde quasi an jeder Straßenecke Drogenhändler. Da die Abbauprodukte von Alkohol krebserregend seien und im Körper blieben, könne man nur sagen: Alkohol sei absolut nichts Gutes.

Auf die Frage nach der harten Türpolitik von Clubs wie dem Berghain sagte Dr. Motte, es gebe zwei Seiten. Einerseits sei Techno für alle da. Andererseits müssten Clubs sichere Schutzräume für Menschen sein, die dort Dinge tun, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. In diesen Raum passe eine Gruppe absolut nicht: betrunkene Leute.

In der Politik fehle oft noch jedes Verständnis für den Wert der Technokultur, kritisierte Dr. Motte. Dabei zeigten Studien, dass Clubkultur in Berlin der wichtigste und in Deutschland der zweitwichtigste Wirtschaftsfaktor sei. Wenn der Staat einen Euro investiere, bekomme er mindestens 3,50 Euro an Steuern zurück. Seit März 2024 ist Technokultur in Berlin immaterielles Unesco-Kulturerbe. Jetzt müssten Taten folgen. Man brauche Anpassungen im Gewerbe-, Bau- und Lärmschutzrecht, damit diese Kultur weitergeführt werden könne. Stattdessen bedrohten Investoren das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain, auf dem es viele Clubs und soziokulturelle Projekte gibt, und die Politik baue die A100 weiter, was 16 Kulturorte verdränge. Das sei reine Steuerverschwendung.