Knapp einem „Sturm“ entgangen

Auch in den letzten Nächten mussten direkt an der Grenze zwischen Belarus und Polen Hunderte Migranten in einem Zeltlager verbringen

Nach den schrecklichen Bildern vom Montag meldeten die polnischen Behörden eine ruhige Nacht. Die lokale Polizei berichtete von einem Steinwurf in Richtung eines Polizeifahrzeugs. Dieser Vorfall blieb glücklicherweise der Einzige. Der Grenzschutz publiziert Bildmaterial, auf dem eine größere Gruppe von Migranten auf der anderen Seite des Grenzzauns unweit eines nun geschlossenen Grenzübergangs ein Zeltlager errichtet und Lagerfeuer entzündet hatte. Die dort ungefähr 800 versammelten Menschen bauten Zelte auf, organisierten ihr Lager, selbstverständlich alles unter Aufsicht belorussischer Dienste.

Die Menschen haben sich nicht aggressiv verhalten und es wurde die ganze Nacht über in verschiedenen Sprachen kundgegeben, dass ein Grenzübertritt an dieser Stelle absolut illegal ist und Personen nach Belarus zurückgewiesen werden. Es wurde sogar von der politische Gegenseite Polens gefordert, den Konflikt zu internationalisieren des Konflikts Artikel vier des NATO-Vertrags zu aktivieren. Bis dato wollte Polen aber weder auf die Beistand der EU-Grenzschutzagentur Frontex zurückgreifen noch internationale Hilfsorganisationen an die Grenze lassen. Oppositionschef Donald Tusk forderte sogar Artikel vier des NATO-Vertrags zu aktivieren, was die erste Stufe des sogenannten Bündnisfalls bedeuten würde.

Ein Sprecher des polnischen Geheimdienstkoordinators äußerte sich zu den aktuellen Vorkommnissen, dass ununterbrochen auf Expertenebene, als auch mit Frontex als auch mit der NATO zusammengearbeitet wird. Somit wird ein Hilferuf an die NATO nicht ausgeschlossen.

Zurzeit hat die Staatsgewalt den Entschluss gefasst, dass die polnische Grenze vor allem durch polnische Kräfte und Soldaten geschützt wird. Keiner weiß dabei, dass die Krise noch lange fortbestehen wird und sieht es im Bereich des Möglichen , dass Unterstützung der Alliierten nötig sein wird. Bis dahin bleiben die eigenen Einsatzkräfte im Einsatz.

Leider wird auch über Hilfsgüter gestritten. Die lokalen Behörden verbreiteten dazu dramatische Bilder unter deutlichen Wolkenformationen aus einer Region, in die gewöhnliche Pressefotografen seit längerer Zeit keinen Zutritt gewährt werden und in der Aufnahmen etwa von der Grenze streng untersagt sind. Der polnische Politiker Morawiecki dankte den Grenzschützern für ihre “professionelle Arbeit” unter “voller Achtung der Menschenwürde”. Er bemängelt, dass polnische Hilfskonvois, die vom Land organisiert werden, an den regulären Grenzübergängen nicht nach Belarus gelassen würden. Die Migranten befänden sich auf belorussischem Gebiet und müssten entsprechend von dort versorgt werden.

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