Ziehvater weg: Was wird jetzt aus James?

Schenkt man Bayern-Präsident Uli Hoeneß Glauben, dürften sich fünf Spieler über die Entlassung von Carlo Ancelotti sehr gefreut haben - doch mindestens einem hat diese gar nicht gefallen: Neuzugang James Rodriguez.  Wie sein Mitspieler Javi Martinez verraten hat , war sein kolumbianischer Mitspieler sogar ziemlich enttäuscht von der Entscheidung der Bosse des FC Bayern . James wechselte wegen Ancelotti Mit Ancelotti hat James seinen größten Befürworter verloren. Jener Trainer, unter dem er bei Real Madrid 2014/2015 seine beste Saison gespielt hat. Der Italiener war es auch, der James überzeugte, den Schritt nach München zu wagen. So viel Vertrauen hat James von den Bayern-Bossen nie gespürt. Schwärmereien wie nach anderen Einkäufen gab es kaum. Mit James hatten sie lediglich den Wunsch ihres Trainers erfüllt. "Wir verlassen uns da voll auf Carlo Ancelotti. Der kennt ihn viel besser als wir. Es war sein Wunschspieler und den hat er jetzt gekriegt", sagte Hoeneß kurz nach der Verpflichtung. Durchbruch bei Bayern bleibt aus Wirklich aufgeblüht ist James, der zudem von einer Muskelverletzung einige Zeit lang ausgebremst wurde, unter Ancelotti aber nicht. Lediglich ein sehr gutes Spiel hat der 26-Jährige bisher im Bayern-Trikot gemacht - beim 3:0-Sieg bei Schalke 04.  Ansonsten war James im System von Ancelotti meist eher ein Mitläufer, der häufig im Nirgendwo auf dem Feld unterwegs war und sich bei der Defensivarbeit vornehm zurückhielt. Das wirft die Frage auf, wie es mit James weitergehen soll, nachdem sein größter Förderer den Klub verlassen hat.  Kann James unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes zu alter Stärke zurückfinden oder ist das Kapitel James in München zum Scheitern verurteilt? Auf den ersten Blick scheint es für James eher schwerer zu werden, sich in München durchzusetzen. Heynckes könnte zumindest anfangs seine alten Schützlinge um Thomas Müller bevorzugen, die er noch aus seiner letzten Amtszeit in München gut kennt und mit denen er immerhin das Triple gewonnen hat. Sprachkenntnisse von Heynckes helfen Dennoch gibt es einige gute Gründe, weshalb Heynckes genau der richtige Trainer ist, um James zum Durchbruch in München zu verhelfen. Zunächst verfügt Heynckes über gute Spanisch-Kenntnisse, die gerade in Einzelgesprächen sehr hilfreich sein dürften, da James noch kein Deutsch spricht. Zudem hat Bayerns neuer Coach bereits öfter Spiele von James bei Real gesehen und hält große Stücke auf ihn. "Der deutsche Fußball ist anders als in Südamerika und in Spanien. Genauso wie die Mentalität und die Kultur. Es ist für einen jungen Spieler nicht leicht. Aber er muss wissen, dass er hier Hilfe bekommt von mir. Mir gefallen talentierte Spieler. Und er hat eine Menge Talent", sagte Heynckes auf der Pressekonferenz bei seiner Vorstellung . Heynckes-Taktik kommt James entgegen Ebenfalls gefallen wird James die bevorzugte Taktik von Heynckes: Dieser lässt gerne im 4-2-3-1 mit einem echten 10er spielen, was die Lieblingsposition von James ist. Dies hätte allerdings das Problem zur Folge, dass er dort mit Müller, einem der Lieblingsspieler von Heynckes, um diese Position kämpfen müsste. Bis zur Genesung von Franck Ribery könnte man dieses Problem lösen, indem man Müller auf dem Flügel spielen lässt – wenngleich dieser in der Mitte oft wertvoller ist. Valderrama ist von James überzeugt  Die kolumbianische Legende Carlos Valderrama ist bei Publimetro jedenfalls überzeugt davon, dass James sich auch ohne Ziehvater Ancelotti bei Bayern durchsetzen kann. "Mit seiner Qualität braucht James doch keinen Ziehvater, um bei Bayern erfolgreich zu sein. Er ist doch kein schlechter Spieler. Er hat in Porto, Monaco und Madrid gezeigt, was er kann. Und wenn er nach Kolumbien zur Nationalmannschaft kommt, spielt er immer gut", sagte Valderrama. Das hat James zuletzt in der Nacht zu Mittwoch beweisen, als er mit seinem Treffer beim 1:1 gegen Peru das WM-Ticket für die "Cafeteros" löste.  Von solch wichtigen Toren ist er bei Bayern noch ein gutes Stück entfernt - Heynckes hat nun die Aufgabe, dies zu ändern.

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