Aufgabe unter Tränen! Wirbel um Hettich

Janina Hettich wollte oder konnte nicht mehr. Nach fünf Fehlern nach den ersten drei Schießen beendete die deutsche Biathletin die Verfolgung im tschechischen Nove Mesto, bei der Denise Herrmann mit Rang zwei ihr bestes Saisonergebnis erreichte , vorzeitig. Unter Tränen wurde sie abseits der Strecke getröstet. Warum sie das Rennen beendete, war kurz nach dem Ende unklar. Der ehemalige Biathlet und heutige ZDF -Experte Herbert Fritzenwenger stellte klar: "Wir müssen noch aufpassen, nicht dass sie sich verletzt hat." ( Alle Biathlon-Rennen im LIVETICKER ) Später wurde bekannt, dass Hettich wohl unter Magenproblemen litt. Das schrieb unter anderen eine Fanpage Hettichs auf Instagram. Daraufhin entschuldigte sich Fritzenwenger offenbar. Experte wettert gegen Hettich Zuvor hatte Fritzenwenger – noch beeinflusst durch das Aussteigen Johannes Kühns im Sprint der Männer am Vortag – eine klare Haltung gezeigt. "Was ist das? Wieso hört sie auf? Wieso hört sie auf?", schimpfte der 58-Jährige im ZDF, als die Kameras die Szenen einfingen. "Wenn wir das einreißen lassen, dass die Athleten einfach aufhören, wenn es ihnen nicht gut geht, dann kann auch eine Dorothea Wierer aufhören zum Beispiel", meinte Fritzenwenger: "Ich verstehe das nicht, Entschuldigung, wenn ich mich aufrege." DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben  | ANZEIGE Die Italienerin Wierer schoss am Sonntag neun Fahrkarten, lief aber immerhin noch auf Rang 34. "Das tut man nicht, das ist unfair der Konkurrenz gegenüber", sagte Fritzenwenger über Hettich: "Die Letzten laufen ja auch weiter." Gegenwind für Fritzenwenger Für seine Aussagen kassierte die Kommentatoren-Legende auf Twitter reichlich Gegenwind, aber auch Zustimmung ( Biathlon: Weltcup-Stände ). Fritzenwenger solle "den Mund halten", meinte Julia Probst. Die Bloggerin und Lippenleserin betonte, sie konnte "in der Rückblende verstehen, was eine weinende Hettich sagte zu den Betreuern. Es bleibt ihre Sache, ob sie es selbst sagen will." Später ergänzte Probst: "Sie sagte weinend, sie habe so Bauchkrämpfe." Andere wiederum äußerten Verständnis für Fritzenwenger. Ein Kommentator dürfe auch mal seine Meinung vertreten, aufgeben sei "unsportlich" und "unfair". Kühn im Kreuzfeuer Am Samstag hatte Johannes Kühn nach fünf Fehlern im Stehendschießen aufgegeben , nachdem er bereits liegend einmal daneben geschossen hatte. Dafür kassierte der 29-Jährige heftige Kritik von Fritzenwenger und einer weiteren Biathlon-Größe. "Ich bin immer noch geplättet von der Einstellung, denn sie sind Vorbilder. Kinder sehen das im Fernsehen und eifern ihren Vorbildern nach. Nicht aufgeben!", appellierte Fritzenwenger. Auch dem viermaligen Olympiasieger Sven Fischer gefiel Kühns Verhalten nicht. "Ich bin genauso der Meinung wie Herbert Fritzenwenger: Sie sind Vorbilder und es gehört dazu, dass man zu Ende läuft, außer man ist schwer verletzt oder hat irgendwas", pflichtete Fischer seinem Kollegen bei. Arnd Peiffer verteidigte derweil seinen Mitstreiter, es sei "seine persönliche Entscheidung". Jacquelin sorgt für Aufsehen Bei der vergangenen WM hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Verfolgungs-Weltmeister Émilien Jacquelin schoss im abschließenden Massenstart fünf Strafrunden im Liegendanschlag und wollte aussteigen. Nachdem seine Trainer massiv auf den Franzosen eingewirkt hatten, lief er zumindest in langsamen Tempo noch ins Ziel und wurde 30 ( Biathlon-Weltcup: Kalender der Saison 2020/21 ).

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